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1. Tag

Strecke

km

01.04.2011

Klosterneuburg ÔÇô Ardagger (Br├╝cke)

130

In der Nacht vor meiner Abfahrt drehte ich mich sehr unruhig im Bett und in meinem Kopf hatten nur die Gedanken f├╝r die Reise Platz. In der Morgend├Ąmmerung wollte ich Klosterneuburg verlassen, um den ganzen ersten Tag auszun├╝tzen. Ich sah aus dem Fenster und das Wetter war nicht sehr einladend. Die Stra├če war feucht und der Himmel bedeckt.

Um 6:40 Uhr verlie├č ich das Haus, stellte den Tageskilometerz├Ąhler auf Null, notierte die Temperatur und die ersten Meter in Richtung Nordkinn begannen.

Jetzt ging es westw├Ąrts. Viele Autos kamen mir entgegen, welche die Menschen in Richtung Wien zur Arbeit f├╝hrten. Das Gewicht meines Gep├Ącks sp├╝rte ich bereits nach wenigen Kilometern. Noch war ich frisch. Nach St. Andr├Ą fuhr ich den Berg entlang, der Verkehr wurde weniger, aber ich bekam den Wind zu sp├╝ren. Ich ├╝berquerte auf der neuangelegten Stra├če die Hochleistungsstrecke der Bahn nach Klein Staasdorf. Man sah dort, dass die Wunden in der Natur durch Bepflanzungen verdeckt wurden. Meine erste Pause machte ich in Baumgarten bei meinen Verwandten in der Bachgasse. Die staunten nicht schlecht, als ich aufkreuzte, denn gesagt hatte ich es ihnen zwar, das Ganze glauben konnten sie aber nicht.

Es ging weiter ├╝ber Judenau in Richtung Michelndorf, wo ich auf der B1 weiterfuhr. Ab Saladorf merkte ich, dass es Zeit wurde, die Regenbekleidung anzuziehen. Der Augenblick war gerade richtig. Der Wind wurde st├Ąrker und der einsetzende Regen tat das ├╝brige.

Es klingelte das Handy und wer war am anderen Ende der Sprechverbindung? Herr Hartmann von der Raiffeisen Holding, mit dem ich im selben Zimmer gesessen bin und jener teilte mir mit, dass das Funkger├Ąt im 12. Obergeschoss im RHW (Raiffeisenhaus Wien) bei Frau Tuma nicht funktioniert. Nach einer kurzen Gedankenpause fragte ich Herrn Hartmann, ob er doch wisse, dass ich in Pension sei. ÔÇ×Oh, EntschuldigungÔÇť bekam ich aus dem Handy zu h├Âren. Nun versuchte ich meine Exkollegen zu verst├Ąndigen. Herr Friedl war telefonisch nicht erreichbar, nur die Sprachbox h├Ârte mir zu. Herr Adam sagte mir, er rufe mich gleich zur├╝ck, denn er h├Ątte gerade etwas Dringendes zu tun. Nach einiger Zeit riefen beide mich zur├╝ck und ich erz├Ąhlte ihnen von dem am├╝sierenden Telefonat. Handelte es sich vielleicht um einen Aprilscherz?

Von Kapelln nach Pottenbrunn musste ich das erstemal absteigen und das Rad schieben. Der Wind war so heftig, dass nicht einmal die Abfahrt nach Pottenbrunn ein Vergn├╝gen war. Ich musste selbst beim Bergabfahren treten, sonst w├Ąre ich nicht vom Fleck gekommen. Diese Situation kostete viel Kraft. Jetzt wollte ich irgendetwas dagegen unternehmen. In Ratzersdorf ging ich zum Billa und kaufte mir 3 Leberk├Ąssemmeln. Sofort wurde die erste verzehrt. Ich strampelte St. P├Âlten entgegen. Um Punkt 12 Uhr war ich im Zentrum und legte die n├Ąchste Pause ein. Nun wurde der Regen weniger, aber der Wind blies unvermindert in seiner St├Ąrke weiter. Bei den Anstiegen musste ich immer wieder vom Rad absteigen und schieben. Die 35 bis 40 kg Gep├Ąck machten sich sehr bemerkbar.

In Melk ├╝berquerte ich die Donaubr├╝cke. Auf der linken Donauseite waren nun keine Steigungen mehr und es ging angenehm am Ufer dahin. Kurz vor Persenbeug kamen die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolken und der Wind wurde schw├Ącher. Beim Kraftwerk wechselte ich auf die rechte Uferseite. Nach einer ausgiebigen Rast ging es weiter. Auf dieser Uferseite ist sehr wenig Verkehr.

Gegen 18 Uhr erreichte ich mein erstes Tagesziel. M├╝de und mit schmerzenden Oberschenkeln quartierte ich mich in Ardagger (bei der Donaubr├╝cke) beim Wirt an der Br├╝cke ein. Nach dem Duschen und dem Abendessen fiel ich ins Bett.

Dieser Tag zeigte mir, wo meine Grenzen beim Gep├Ąck, beim schlechten Wetter und der k├Ârperlichen Leistung waren. Ich fragte mich, wenn dies der 1. Tag war, wie w├╝rden die folgenden sein?

Blick auf Grein

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